
Stücke
Klamms Krieg
Klamms Krieg
Schauspiel von Kai Hensel
"Schule ist Zwang; das war sie und das wird sie immer sein."
"Klamms Krieg" zeigt einen Menschen namens Klamm, der ein Paragraphenreiter ist, der einfach seine Prinzipien hat und vermeintlich nicht anders kann, als diese Prinzipien über alles zu stellen. Solche Menschen gibt es erfahrungsgemäß in allen Berufen. Aber: Das Publikum kann - quasi mit einem Blick durchs "Schlüsselloch" - Herrn Klamm an seinem Arbeitsplatz kennenlernen: einem Klassenzimmer.
Unser Herr Klamm ist nämlich Lehrer, Deutschlehrer an einem Gymnasium. Er will "Faust" unterrichten. Aber: Der Leistungskurs verweigert die Leistung - er hat Klamm den Krieg erklärt. Aus Sicht der Schüler(innen) ist Klamm schuld an Saschas Selbstmord. Dem hatte ein einziger Punkt in Deutsch zum Bestehen des Abiturs gefehlt.
Klamm sieht sich verleumdet, infam beschuldigt, unverstanden. Er verteidigt sich mit allen Mitteln, will die Mauer des Schweigens durchbrechen. Er argumentiert, höhnt, fleht, droht, schmeichelt, versucht es mit Bestechung. Er weiß für sich: Er hat alles richtig gemacht; er hat lediglich gehandelt nach dem Prinzip: "Ein Lehrer muss Leistung bewerten, wie sie erbracht wurde. Und Schluss!" Sascha war sein Lieblingsschüler, er hat ihn gemocht, weil er ein Mensch war, der seine, Klamms, Ideale teilte, der wusste, was im Leben eine Bedeutung hat. "Er hat das Abitur nicht geschafft, und dafür ist er nun tot."
Kann Klamm am Ende den Leistungskurs überzeugen? Kriegt Klamm am Schluss noch die Kurve? Und wenn ja - wie?
Helene-Lange-Gymnasium Fürth 21.Juni 2007
Geschlossene Schulveranstaltung 9.30 Uhr

