
Stücke
Nora oder Ein Puppenheim
Natalie Forester
© Gabriela Knoch
Nora oder Ein Puppenheim
Schauspiel von Henrik Ibsen
"Ein Singvögelchen darf nur mit reinem Schnäbelchen zwitschern."
Nora und Torvald Helmer führen eine glückliche Ehe. Für ihren Mann ist Nora bereit, jedes Opfer zu bringen. Deshalb würde auch Torvald keine Minute zögern, dasselbe für sie zu tun. Denkt Nora.
Gefangen in ihren Vorstellungen von einander und einer glücklichen Beziehung, ist es den beiden unmöglich, ihre jeweiligen Erwartungshaltungen hinter sich zu lassen und zu einer gemeinsamen Wahrheit vorzudringen. Beide wähnen sich glücklich und glauben den Partner zu kennen. Aber sie kennen sich nicht. Torvald weiß nichts von den Wünschen seiner Frau und von ihren Gefühlen. Nora weiß nicht, dass Torvald seinen Ruf über ihre Liebe stellt. Über den Umweg der Täuschung wird so aus der Lüge schnell eine Lebenslüge - und die Ehe als gleichberechtigte Partnerschaft unmöglich. Für Nora bedeutet die Erkenntnis, dass der geliebte Mensch im Grunde vollkommen anders ist, als gedacht, den Zusammenbruch ihrer Welt.
Seit der Uraufführung des Dramas 1879 in Kopenhagen ist emanzipatorisch viel geschehen. Doch noch immer führen viele Paare eine Ehe oder Beziehung nach Rollenmustern, die als unbefriedigend erkannt, aber nicht durch funktionierende neue Modelle ersetzt werden. Es herrscht eine große Orientierungslosigkeit, die durch Medien und Werbung geschickt genutzt wird.
Das "Wunderbarste", das Nora sich wünscht, nämlich ein Zusammenleben auf gleicher Augenhöhe, basierend auf gegenseitigem Verständnis und Respekt, ist auch für den so genannten modernen Menschen meist nur Illusion.
Termin
Stadttheater Fürth 20. Juni 2007
Königstraße 116 19.30 Uhr
Kasse: 0911-974 2400 großes Haus
Inszenierung: Bernhard Stengele
Bühne: Gesine Pitzer
Kostüme: Dana Horvat-Schaller
Dramaturgie: Boris Wagner
Video: Birgit Remuss/Stefan Stengele
mit Edith Abels, Andreas Anke, Natalie Forester, Christian Higer, Max De Nil, Philipp Reinheimer, Katharina Ries
(über Ticket Online
)
