
Stücke
Familiengeschichten
Familiengeschichten
Schauspiel von Biljana Srbljanović
Kinder gelten allgemein als Hoffnungsträger und sind häufig Projektionsfläche für die Wünsche und Begehrlichkeiten der Erwachsenen. Sie stehen für das Gute im Menschen, für eine bessere Welt, für die Zukunft, sie sollen all die Ziele erreichen, an denen die Eltern gescheitert sind. Andererseits hält man sie oft für naiv, albern und billigt ihnen nicht zu, so zu denken, zu fühlen und zu handeln, wie es die Erwachsenen tun. Was aber geschieht, wenn Kinder den Alltag der Erwachsenen nachspielen, mit all seinen Missverständnissen, seiner Brutalität, seinen Abgründen? Die Belgrader Dramatikerin Biljana Srbljanović, Jahrgang 1970, schrieb "Familiengeschichten" 1997 vor dem Hintergrund des Jugoslawien-Krieges. Doch das Stück in elf Bildern braucht weder die historische noch die lokale Verortung. Regisseur Christian Schidlowsky deutet es vielmehr als eine groteske Parabel auf den aktuellen Zustand westlicher Gesellschaften, die immer mehr Menschen an den Rand drängen, und auf den ganz alltäglichen Krieg in vielen Familien, die den äußeren Krieg zur Entfesselung ihrer Abgründe gar nicht mehr brauchen.
"Familiengeschichten" begründete den internationalen Ruhm der vielfach ausgezeichneten und an über hundert Bühnen gespielten Autorin. Das sozialkritische Stück steht in der Tradition von Bertolt Brechts epischem Theater: Erwachsene Schauspieler stellen Kinder dar, die wiederum Erwachsene spielen.
Termin
Stadttheater Fürth 23. Juni 2007
Königstraße 116 19.30 Uhr
Kasse: 0911-974 2400 großes HausDeutsch von Mirjana und Klaus Wittmann
Inszenierung: Christian Schidlowsky
Bühne: Andreas Wagner
Kostüme: Beatrix Cameron
Dramaturgie: Felix Eckerle
mit Alexej Boris, Ella Gaiser, Amela Herceg, Paul Kaiser
(über Ticket Online
)
